Wir wollten ein Zuhause und begannen, unser ganzes Leben zu hinterfragen
Aktualisiert: 27. Okt.
Wir wollten ein kleines Haus. Einen Ort, an dem wir ankommen können. Einen Garten vielleicht. Vor allem aber ein Zuhause, das sich wirklich nach unserem Leben anfühlt.
Damals ahnten wir noch nicht, dass aus dieser Suche irgendwann eine ganz andere Frage entstehen würde:
Wollen wir in Deutschland bleiben?
Unsere Auswanderung begann nicht mit einem großen Knall. Es gab keinen spontanen Entschluss und keinen Moment, in dem wir einfach alles hinter uns lassen wollten. Der Gedanke wuchs langsam – aus vielen Gesprächen, Zweifeln und Fragen, die sich irgendwann nicht mehr wegschieben ließen.
Die Suche nach unserem Zuhause
Seit etwa 2020 wünschten wir uns, gemeinsam etwas Eigenes aufzubauen. Wir waren gerade zurück in den Norden gezogen, mitten in der Corona-Zeit und begannen, nach einem kleinen Häuschen zu suchen.
Ob Bestandsimmobilie oder Neubau: Wir waren offen. Hauptsache, es gab einen Ort, an dem wir uns vorstellen konnten, wirklich zu Hause zu sein.
Wir führten erste Gespräche mit Finanzberatern, klärten unseren möglichen Kreditrahmen und schauten uns Immobilien an. Da war viel Vorfreude. Vielleicht war unser neues Zuhause ja gar nicht mehr so weit entfernt.
Doch mit jeder Besichtigung und jedem weiteren Gespräch wurde deutlicher, wie schwierig die Suche werden würde. Die Immobilienpreise stiegen, die Nebenkosten wurden immer höher und auch die Zinsen veränderten unsere Möglichkeiten.
Es fühlte sich an, als würden wir immer mehr rechnen, planen und abwägen, aber immer weniger spüren, dass wir unserem Wunsch näherkamen.
Ein neues Zuhause, aber keine Antwort
Mitte 2021 zogen wir aus beruflichen Gründen von Mölln nach Quickborn. Auch dort suchten wir weiter.
Doch die äußeren Umstände machten es nicht leichter. Die Folgen der Corona-Zeit, der Krieg und die allgemeine Unsicherheit prägten diese Jahre. Gleichzeitig schien der Immobilienmarkt immer weiter davonzuziehen.
Mit der Zeit wurde aus der anfänglichen Vorfreude eine ernste Frage: Was, wenn wir uns unser gewünschtes Zuhause zwar leisten könnten, aber nur um den Preis, unser ganzes Leben dafür auszurichten?
Denn ein Haus sollte sich nach Freiheit und Ankommen anfühlen. Nicht nach einem Alltag, in dem man nur noch arbeitet, um die Kosten zu tragen.
Und während wir weitersuchten, kamen neue Fragen dazu:
Sehen wir uns in ein paar Jahren wirklich noch in dieser Wohnung?
Wollen wir weiter Miete zahlen oder an einem anderen Ort neu anfangen?
Müssten wir weit wegziehen, damit unser Traum vom eigenen Zuhause überhaupt möglich wird?
Dieser letzte Gedanke hatte einen Haken: Ein Umzug innerhalb Deutschlands hätte vielleicht manches verändert. Aber er hätte uns womöglich noch weiter von unseren Familien und Freunden entfernt.
Die Frage, die alles größer machte
Irgendwann ging es nicht mehr nur um ein Haus oder eine Wohnung. Wir begannen, unser Leben insgesamt zu hinterfragen.
Passt Deutschland noch zu dem Leben, das wir uns wünschen?
Nicht allein aus finanzieller Sicht. Auch die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beschäftigten uns. Wir sprachen 2022 zum ersten Mal laut darüber, ob unser Lebensmittelpunkt vielleicht irgendwann außerhalb Deutschlands liegen könnte.
Gleichzeitig steckten wir beide mitten im Vollzeitjob und im Studium. Unser Alltag war voll, und für eine so große Entscheidung fehlte uns zunächst die Zeit und die Kraft. Also legten wir das Thema erst einmal wieder zur Seite.
Doch es blieb nicht dort.
Wenn ein Gedanke immer wieder zurückkommt
Ende 2022 entschieden wir, uns bewusst damit auseinanderzusetzen. Nicht mit der Frage, ob wir sofort auswandern würden. Sondern erst einmal mit einer viel einfacheren:
Wenn wir Deutschland verlassen würden, wohin könnten wir überhaupt gehen?
Jeder von uns schrieb für sich fünf Länder auf. Danach verglichen wir unsere Listen. Spanien, die Schweiz und Italien tauchten unter anderem auf.
Bei der Schweiz waren wir hin- und hergerissen: wunderschön, aber für uns zu kalt und sehr teuer. Spanien und Italien klangen nach Sonne und Wärme. Zugleich hatten wir Fragen, ob sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dort für uns richtig anfühlen würden.
Uns wurde klar: Wenn wir schon einen Neuanfang in Betracht zogen, sollte er sich nicht nur nach „woanders“ anfühlen. Wir wollten einen Ort finden, der zu unseren Vorstellungen vom Leben passt – und sich für uns wirklich wie eine neue Möglichkeit anfühlt.
Und dann war da Dubai
Also schauten wir auf Orte, die wir bereits kannten. Auf Reiseziele, die uns geprägt hatten. Dubai gehörte dazu. Wir waren schon zweimal dort gewesen.
Und jedes Mal war etwas zurückgeblieben: das Gefühl von Weite. Von Leichtigkeit. Von Möglichkeiten.
Bis einer von uns schließlich fragte:
„Warum eigentlich nicht Dubai?“
Auf einmal war der Gedanke nicht mehr weit weg oder nur eine Idee, über die man irgendwann einmal sprechen könnte. Er wurde greifbar. Zum ersten Mal konnten wir uns vorstellen, dass aus diesem Gedanken tatsächlich ein neuer Anfang werden könnte.
Aber zwischen „Warum eigentlich nicht?“ und einer echten Auswanderung lagen noch viele Fragen, Gespräche und Entscheidungen.
Wie aus der Idee ein konkreter Plan wurde, erzählen wir im nächsten Teil.
Teil 2: Vom Gedanken zur konkreten Planung – folgt bald.

Kommentare